Aus der Geschichte des Schützenvereins Kloster 1878 e.V.

Vom Wiederbeginn bis zum 100-jährigen Jubiläum (1949 - 1978)

Erst 1947/1948 konnten "alte" Vorstandsmitglieder ihre Tätigkeit im Verein wieder aufnehmen und fortsetzen. Wilhelm Berges wurde als kommissarischer Schriftführer eingesetzt.

Am 27. März 1949 konnte erstmals wieder eine Generalversammlung im Vereinslokal B. Verst stattfinden.

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Josef Bayning, eröffnete diese 1. Versammlung nach dem Krieg und betonte, dass der Verein wieder an der gleichen Stelle wie vor 30 Jahren stünde und es ginge darum, daß sich jetzt wieder Männer fänden, die dem Verein die Treue bewahrten. Viele der alten Vorstandsmitglieder wollten jedoch von ihrer Tätigkeit entbunden werden und baten um die Wahl junger Kräfte. Zu den noch verbliebenen Vorstandsmitgliedern Josef Bayning, Gerhard Niehoff, Theodor Buskase, Wilhelm Berges, Bernhard Wigger und Hermann Tenhündfeld wählte man daher die Mitglieder Bernhard Peters-Kottig, Hermann Wigger, Josef Tenhündfeld, Hermann Kernebeck und Franz Riesau neu in den Vorstand. Darüber hinaus wurde Gerhard Neuschildkamp als neuer Vereinsvorsitzender einstimmig gewählt. Die Wahl des Schriftführers fiel auf Wilhelm Berges, die zum Kassierer auf Theodor Buskase.

 

 

Außerdem kam man in dieser Versammlung darin überein, noch im selben Jahr wieder ein Schützenfest zu feiern. Dieses erste nach dem Krieg verlangte besonders viel Vorbereitung. Da nicht mit Feuerwaffen geschossen werden durfte, wurden 2 Armbrüste nach der Art Wilhelm Tells angefertigt. Das Symbol dieser Armbrüste findet sich auch in der Schützenfahne wieder. Für die Fertigstellung sorgten die Vorstandsmitglieder Bernhard Peters-Kottig und Josef Tenhündfeld.

Der Vereinswirt B. Verst übernahm das Schützenfest am 3./4. Juli 1949. König wurde der Schriftführer Wilhelm Berges, Königin wurde Gertrud Tenhündfeld. Es wurde auf einen Torfvogel geschossen.

Am 10.12.1950 fand die 1. Nikolausfeier für die Kinder der Mitglieder statt.

Nachfolgend ein Auszug aus dem Protokoll von Wilhelm Berges: "Voller Erwartung war man im Kloster auf die erstmalige Nikolausfeier. Die Kinder befanden sich schon mehrere Wochen im Besitz der Gutscheine und konnten den lang ersehnten Tag kaum noch abwarten.

"Sonntag, dem 10.12.1950 waren zahlreiche Mitglieder nebst Frauen und Kindern bei Verst erschienen, um den St. Nikolaus zum ersten mal im Kloster einzuholen. Unter Vorantritt der Musikkapelle zogen die Kinder, begleitet vom Vorstand zum Hause des Vorstandsmitglieds Peters-Kottig, wo der St. Nikolaus inzwischen schon eingetroffen war. Dort zeigte sich der heilige Mann, hoch zu Rosse sitzend, der Schar der ihn Empfangenden. ...

St. Nikolaus hatte einen großen Flachwagen, der voll mit Leckereien beladen war und eine Anzahl seiner Knechte Ruprecht im Gefolge. Unterwegs warfen die Knechte allerhand Leckereien zwischen die den Zug begleitenden Kinder. Bei Verst angekommen, ließ St. Nikolaus seine Gaben in den Saal tragen und begab sich, nachdem er von seinem Ross abgestiegen war, selbst in den Saal....
Dann öffnete St. Nikolaus seine Körbe und gab jedem Kind eine große Tüte. Es wurden dann noch einige Lieder gesungen und nachdem es inzwischen schon dunkel geworden war, zogen die Mütter mit ihren Kindern freudigen Herzens wieder dem Hause zu. Für den Verein war es ein großartiges Erlebnis und eine gute Empfehlung für spätere Jahre."

Im Jahre 1952 feierte der Verein das einzige Sommerfest nach dem Kriege bis zur heutigen Zeit. Die Offiziere erhielten hierzu erstmalig neue, einheitliche Uniformen.

Im Jahre 1953 konnte der Schützenverein Kloster 1878 e.V. bereits auf sein 75-jähriges Jubiläum zurückblicken und nahm dieses zum Anlass für ein Jubelfest. Die Königswürde errang damals Alfred Niehoff, seine Königin war Käthe Tenhündfeld. Von Alfred Niehoff ist bekannt, dass er beim Marsch zur Vogelstange zu seinem Nachbarn Th. Burieke gesagt haben soll:

"Ik bin ja gespannt, wat" für'n Iesel den Voagel van Dage afschött!" Der "Esel" war er selbst.

Im darauffolgenden Jahr 1954 belief sich die Mitgliederzahl des Schützenvereins Kloster 1878 e.V. bereits auf 380 Mitglieder.

In einer außerordentlichen Generalversammlung am 06.02.1955 wurde Gerhard Wilkes zum Präsidenten gewählt. Stellvertretender Präsident blieb Johann Schultewolter-Böhmer. Die Wahl zum General fiel auf Wilhelm Verst. Außerdem wurde Gerhard Niehoff zum Ehrenpräsidenten und Gerhard Neuschildkamp zum Alterspräsidenten ernannt.

In der Jahreshauptversammlung 1956 legte Wilhelm Berges nach 10-jähriger Tätigkeit sein Amt als Schriftführer freiwillig nieder. Sein Nachfolger wurde der damalige 2. Schriftführer, Hermann Kernebeck.

Auf der Vorstandssitzung vom 5.6.1957 entschied sich der Vorstand einstimmig für den Einsatz des neuen Spielmannzuges der Freiwilligen Feuerwehr Epe. Dieser trat zum Schützenfest 1957 erstmals öffentlich auf.

Am 23. März 1963 verstarb plötzlich und unerwartet der Vizepräsident Johann Schultewolter-Böhmer im Alter von 55 Jahren. Er galt als großer Förderer des Schützenwesens.

Im selben Jahr wurde der Präsident Gerhard Wilkes Schützenkönig und Maria Kernebeck seine Königin.
Der frühere General und zeitweilige Vorsitzende Josef Bayning, Ehrenvorsitzender des Schützvereins Kloster 1878 e.V., verstarb im Jahre 1964 im Alter von 89 Jahren.

In diesem Jahr, am 18.10.1964, erfolgte der erste Spatenstich für die nach Beschluß von 1962/1963 neu zu errichtende Pfarrkirche St. Antonius an der Laurenzstraße.

In der Generalversammlung im März 1965 wurde bekannt gegeben, daß die Ehrung der Gefallenen am Ehrenmal an der Grünauer Landstraße auf Anweisung des Straßenverkehrsamtes Ahaus auf den Vormittag nach dem Gottesdienst zu verlegen sei, da nachmittags der Menschenauflauf vor dem Festumzug auf der B 474 zu groß wäre und demzufolge aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht mehr genehmigt würde.

1965 fand das Vogelschießen wegen schlechter Wetterlage erstmalig am Festzelt statt. Die Gemeinde Epe stellte hierzu eine fahrbare Vogelstange mit Kugelfang zur Verfügung. Clemens Rasche errang die Königswürde und erkor sich Maria Hewing zur Mitregentin. Der König, Mitglied des Musikvereins Epe, lud zum Festabend auch seinen früheren Schulkollegen, Pater Felix Brügger, ein. Dieser befand sich gerade auf Heimaturlaub. Mit einer Kollekte für seine Missionstätigkeit in Brasilien blieb Pater Brügger dieses Erlebnis mit dem Schützenverein Kloster in guter Erinnerung.

Im Jahre 1966 starb der Ehrenpräsident Gerhard Niehoff im Alter von 71 Jahren. Im gleichen Jahr schied Bernhard Peters-Kottig aus, seinerzeit stellvertretender Vorsitzender Walter Sandkuhle, wurde sein Nachfolger.

Am 1. Oktober 1967 wird der Seelsorgebezirk St. Antonius zur Pfarre erhoben. Am 22.Okt. 1967 wird Kaplan Matthias Offers als 1.Pfarrer feierlich in St. Antonius eingeführt. Seit dieser Zeit finden die Schützenfeste mit den Festgottesdiensten in der St. Antonius-Pfarrkirche alljährlich ihren Anfang.

Am 17. Juli 1967, kurz vor dem Schützenfest, beklagen die Klosterschützen den Tod ihres Präsidenten Gerhard Wilkes, der 12 Jahre die Geschicke des Vereins leitete. Er starb im Alter von 54 Jahren. In der darauf folgenden Generalversammlung fiel die Wahl zum neuen Präsidenten auf den altbewährten General Wilhelm Verst. Dessen Nachfolger im Offiziersamt wurde der damalige Oberst Bernhard Amshoff.

Seit 1968 ist das Schießen nur noch mit Gewehrhalterung erlaubt. Nach Antragstellung mehrerer Schützenvereine ließ die Gemeinde Epe eine entsprechende Gewehrhalterung bei der Firma Gerwing herstellen. Im selben Jahr schaffte der Schützenverein 2 einläufige Flinten für das Vogelschießen an.

1969 fiel erstmals der Festumzug am Montag nach dem Vogelschießen aus. Grund dafür war die von Jahr zu Jahr geringer werdende Beteiligung seitens der Schützen.

In der Jahreshauptversammlung vom 28.09.1969 wurde beschlossen, einen "Jubelfond" von 2,00 DM pro Mitglied und Jahr zu errichten, der als Rücklage für das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen des Vereins 1978 dienen sollte.

Im Jahre 1970 musste der Schützenverein Kloster den schmerzlichen Verlust des erst seit 3 Jahren amtierenden Präsidenten Wilhelm Verst hinnehmen. Er starb plötzlich und unerwartet am 29.05.1970. Er hatte seit 1955 dem Offizierkorps als General vorgestanden und 1967 das Amt des Präsidenten von Gerhard Wilkes übernommen. Er starb im Alter von nur 56 Jahren.

Die Wahl von August Kernebeck zum nächsten Präsidenten erfolgte in der Jahreshauptversammlung am 11. Okt. 1970.
Beim Schützenfest 1973 verabschiedete General Bernhard Amshoff den altbewährten Fahnenoffizier, Major Anton Stange, wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Offizierkorps. Anton Stange war schon in den 30er Jahren zum Fahnenoffizier des Schützenvereins Kloster ernannt worden.

Im Jahre 1974 legte Hermann Wigger das Amt des Kassierers aus gesundheitlichen Gründen nieder. Seit 1949 gehörte er dem Vorstand an, er galt als Pionier des Vereins. Immer wieder hielt er zur Sparsamkeit an. Diese Eigenschaft verleitete die Schützenbrüder zu dem Ausspruch:

« Herrn sitt met de Biel op de Kist. »

Im Jahre 1975 - dem Jahr des vom Landtag in Düsseldorf beschlossenen Zusammenschlusses der Stadt Gronau mit der Gemeinde Epe - zeichnete General B. Amshoff, Oberst Franz Berges und Hauptmann Heinz Niehoff für ihre 25-jährige Zugehörigkeit zum Offizierkorps aus.

Nach einer fünfjährigen Amtszeit stellte August Kernebeck auf der Jahreshauptversammlung 1975 sein Amt als Präsident zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Alex Middendorf gewählt, der als 2. Geschäftsführer schon 5 Jahre Vorstandsarbeit geleistet hatte.

Im Vorgriff auf das 100-jährige Jubiläum erhielt das Offizierkorps im Jahr 1976 neue Uniformen. Zum gleichen Zeitpunkt begannen die Vorbereitungen zum Bankeinzugverfahrens für die Beitragszahlung.

Am 11. Dezember 1976 findet die 25. Nikolausfeier des Schützenvereins Kloster statt. Auch an dieser nehmen wieder rund 500 Kinder von Vereinsmitgliedern teil.



Die Stadt Gronau erwarb von der BSG Germania Epe im Zentrum des Vereinsbezirkes den "Wolbertshof. Hier sollte von der Stadt Gronau ein Jugend- und Sportzentrum eingerichtet erstellt werden. Da der Schützenverein Kloster keinen eigenen Schützenplatz besitzt, wurde eine Eingabe an die Stadt gemacht, um auf dem Gelände berücksichtigt zu werden.

Im gleichen Jahr wurde auch der Spielmannzug der KAB Epe verpflichtet, bei den Schützenfesten mitzuwirken, da der Spielmannzug der Freiwilligen Feuerwehr Epe aufgelöst worden war.

Der König, der von 1977 bis in das Jubiläumsjahr 1978 die Schützen regiert, ist Eugen Engbers, seine Königin Elisabeth Wenker.