Ehrenmal"Ich hat´ einen Kameraden ....." Die Klänge dieses Liedes bildeten den Abschluss der Feier zur Einweihung des Denkmals 1951 für die Gefallenen der Kriege von 1914 - 1918 und 1939 - 1945, für die Vermissten des Krieges 1939 - 1945 und für die, die durch Feindeinwirkung in der Heimat Gefallenen bzw. infolge Kriegsleiden in der Heimat Gestorbenen. Als 1914 der Erste- und 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, waren vor allem die jungen Leute voller Begeisterung, die hinauszogen, um das Vaterland zu schützen. Das Vaterland war bedroht. War es da nicht selbstverständlich, Entbehrungen und vielleicht den Tod auf sich zu nehmen?

Die Heimat musste an allen Fronten verteidigt werden. Viele, zum Teil unbekannt gebliebene Soldaten, zahlten ihre patriotische Begeisterung, den Einsatz für Heimat und Vaterland, mit dem Leben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand vielerorts die Idee, den gefallenen Kriegern ein Denkmal zu setzen. Auch der Schützenverein Kloster trug sich Anfang der fünfziger Jahre mit dem Gedanken. Bereits nach dreijähriger Schützentätigkeit nach dem Kriege konnte der Verein, Dank der guten finanziellen Unterstützung der Vereinsangehörigen, die Errichtung eines Ehrenmals in Angriff nehmen. Der Denkmalplatz an der Gronauer Straße neben dem Vereinslokal wurde von den Eheleuten Vereinswirt Bernhard Verst und Maria Verst, geb. Nieuwmeijer, kostenlos zur Verfügung gestellt.

Mit dem Bauschein Nr. 195 des Landkreises Ahaus vom 17.5.1951 wurde dem Verein die Genehmigung erteilt, auf dem Grundstück in Epe, Gronauer Straße, ein Kriegerdenkmal zu errichten. Bei der Bauausführung waren die Vorschriften vom 20. Oktober 1933 zu beachten. Gebühren für den Bauschein wurden nicht erhoben. Mit der Planung und Fertigstellung wurde der Bildhauer- und Steinmetzbetrieb W. Giessenkirchen, Münster / Appelhülsen beauftragt.

Material und Bearbeitung: Das Ehrenmal ist aus Ruhrsandstein erstellt worden, Vorder- und Seitenflächen hammerrecht mit leichten Bossen versehen - Stufen und Gehwegplatten naturglatt. Die Inschrifttafeln sind aus Baumberger Sandstein geschliffen und die Inschrift ist keilförmig ein gehauen und getönt (Antiqua- Versalschrift). Der Innenkern und die Rückseite ist aus Beton und Ziegelmauerwerk erstellt worden. Über den Schrifttafeln befindet sich in einem Spruchband die Widmungsinschrift. Da die Inschrift aufliegend ist, d.h. aus dem Stein ausgehauen wurde, ist dieselbe gut zu lesen.
Am Sonntag, dem 8.Juni 1951, 16.00 Uhr, zur feierlichen Denkmalenthüllung waren alle Eper Schützenvereine, mit je einer Fahnenabordnung, die Angehörigen der Gefallenen und viele andere Gemeindemitglieder vertreten. Geladene Gäste waren der Herr Gemeindedirektor Hermann Poorthuis, Herr Pfarrer Torstrik von der ev. Kirchengemeinde und Herr Kaplan Kersten von der kathl. Kirchengemeinde St. Agatha. Darbietungen des Cäcilien-Chores und des Musikvereins Epe umrahmten die Feierstunde. Die Enthüllung wurde durch Herrn Bürgermeister Lösing vorgenommen. Herr Vikar Rensing-Eyssing, der aus dem Vereinsbezirk Kloster stammte, war eigens auf seinem Motorrad von Westbevern angereist, um die Einweihung des Ehrenmals vorzunehmen. Im Anschluss daran hielt der Präsident Gerhard Neuschildkamp die Festansprache und ehrte das Gedächtnis der toten Kameraden. Unter Trommelwirbel wurden alle Namen, die in die Gedenktafel eingemeißelt wurden, vom Schriftführer Berges verlesen.

Zum Abschluss der Feier erklang das Lied „Ich hat' einen Kameraden...".

Versetzung des Kriegerehrenmals

Bereits nach dreißig Jahren hatte der Zahn der Zeit sehr starke Spuren an dem Ehrenmal hinterlassen. Von den 16 Schrifttafeln aus Baumberger Kalksandstein waren bereits 70 % durch Witterungseinflüsse zerstört und der Rest der Schrift war nur noch mühsam zu entziffern. Auch eine Restaurierung der Platten war nicht mehr möglich. Sie waren durch die Tausalzeinwirkung bereits so durchsetzt, dass sie nur noch eine schalige Masse bildeten. Die gesamte obere Partie des Denkmals war locker und wasserdurchlässig, ein Abnehmen und Neuversetzen der oberen Schichten wurde dringend empfohlen.

Es war somit eine generelle Renovierung des Denkmals erforderlich. Ferner kam es bei unseren Veranstaltungen vor dem Ehrenmal immer wieder zu Beschwerden von Verkehrsteilnehmern. Der fließende Straßenverkehr sei zu sehr beeinträchtigt worden. Somit zwangen uns auch die Auflagen des Straßenverkehrsamtes dazu, eine Standortverlegung des Ehrenmals vorzunehmen.

Nach Eingaben an die Stadt Gronau wurde uns ein neuer Standort am Riekenhofweg in unmittelbarer Nähe unseres Schützenplatzes zugewiesen.
Zwischenzeitlich wurde das Ehrenmal seitens des Kreises Borken unter Denkmalschutz gestellt. Daraus ergab sich auch für uns als Schützenverein die Aufgabe, uns besonders um den Erhalt des Ehrenmals zu kümmern, so dass auf der Vorstandsversammlung am 30.7.1987 einstimmig beschlossen wurde, unser Ehrenmal an der Gronauer Straße zu demontieren und am Riekenhofweg wieder neu aufzubauen.

Nach Einholung mehrerer Angebote beliefen sich die Gesamtkosten auf ca. 32.000 ,- DM. Die Zuschüsse des Kreises Borken und der Stadt Gronau betrugen 16.500,-DM, so dass dem Schützenverein Kloster noch Kosten in Höhe von 15.500,- DM verblieben, die durch eine großzügige Spende der Volksbank Gronau-Epe und durch Eigenleistung und Spenden unserer Mitglieder abgegolten werden konnten. Am 9.8.1988 wurde der Startschuss zum Abbruch des Ehrenmals gegeben. Stein für Stein wurde nummeriert, abgebrochen und am neuen Platz wieder aufgebaut. Zwischenzeitlich wurden vom Steinmetzbetrieb Erich Halbach die neuen Namenstafeln aus Muschelkalk, der wetterbeständig ist, angefertigt. Für die Namen der Vermissten und Gefallenen beider Weltkriege mussten 2.300 Buchstaben eingemeißelt werden. Bereits Ende Oktober war das Ehrenmal wieder hergerichtet, so dass der Präsident Alfons Gerwing zusätzlich eine neue Urkunde, die Festschrift von der 100 Jahrfeier 1978 und ein Schreiben, das sich über die Gründe des Versetzens des Ehrenmals ausspricht, in die Grundsteinhülse legen konnte.

Am Schützenfestsonntag, dem 9. Juli wurde das renovierte Ehrenmal durch Herrn Pastor Jaspers eingesegnet. Nach der Kranzniederlegung sprach der Präsident folgende Dankesworte:

„Ihr ruht nun sanft und schlaft in Frieden. Habt Dank für alles, was Ihr uns gabt. Wir weilen still am Ehrenmale und danken Gott, dass es Euch gab".
Zum Abschluss erklang das Lied „Ich hat' einen Kameraden...."